Ich ruhe aus

Ihr Lieben, ein Lebenszeichen. Ich lebe noch und bemühe mich, dies täglich zu pflegen. Immer größer die Baustellen, immer unwegsamer das Gelände. Ich lebe noch, doch die Wege zur Hilfe werden länger und beschwerlicher. Gerade bei der Hitze. Ich ruhe aus. Alles gut. Ich ruhe aus. Und vielleicht kommt nach der Ruhe nochmals mehr. Derzeit ruhe ich aus.

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Bis demnächst

Hallo Ihr Lieben. Schon wieder muss man mich fragen, wie es geht. Es tut mir leid. Ich bin so nachlässig. Aber es geht mir tatsächlich derweil nicht so gut. Metastasen im Bauch und im Kopf machen mir das Leben schwer. Derzeit Bestrahlung. Im Juni eine Operation. Ich möchte gerade einfach nur auf dem Sofa liegen und nicht viel erklären müssen. Wir hoffen auf den Sommer. Tatsächlich.

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2019

Ich wünsche euch ein gutes neues Jahr. Noch kann man das ja. Und ich entschuldige mich, dass ich so lange nicht geschrieben habe. Die Ereignisse waren einfach überbürdend.

In den vergangenen Wochen sind so viele meiner lieben Freunde gestorben. Lange Wegkollegen. Jeder mit seinem eigenen Krebs. Und gestorben sind sie überraschend, nicht immer an den Tumoren oder Metastasen, sondern an vergleichsweise harmlosen Geschichten. Mal das Immunsystem geschwächt nach der Chemo. Also Lungenentzündung. Mal die Leber, mal die Nieren…

Das hat mich fertig gemacht. Zumal ich selbst einmal mehr eine Gammaknife-Behandlung hatte. Da habe ich dann plötzlich nicht mehr an den Erfolg geglaubt, gedacht das geht sicher nicht gut. Schlechte Moral. Und schlechte Moral schwächt. Und Schwäche war im letzten Vierteljahr nicht gut. Für so viele.

Und nun sitze ich hier und bin noch immer fassungslos. Ohne Worte. Wenn ich mir also etwas wünschen darf für 2019. Wir müssen aufhören zu sterben. Ich wünsche mir ein ruhiges Fahrwasser. So ruhig, dass es uns schon langweilig wird. Es soll einfach mal nichts passieren.

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Wenig ist in meiner Welt sehr viel

Rücksichtnahme. Das Wort des Tages.

Um mich ist es still geworden. Das letzte Jahr. Denn bei dem wenigen Leben, das mir geblieben ist und das ich liebe, habe ich so manche verbale Auseinandersetzung nicht mehr gekämpft. Bin auf Abstand gegangen. Das Leben leben. Jeden Tag die neue Motivation suchen und finden, aufzustehen und das Beste aus dem zu machen, was ich eben habe.

Und das ist mir und uns gut gelungen. Renovierungsarbeiten, Fotoprojekte trotz nahezu Blindheit, sogar Teilnahme an einem 10-Kilometer-Walk. Alles möglich. Wir sind glücklich. In unserer kleinen, bescheidenen Welt. Immer angewiesen auf eine gewisse Gnade, dass Leben auch nächste Woche noch möglich ist.

Aber heute stehe ich auf und schreie in die Welt hinein. Die Bedürfnisse der Herkunftsfamilie und die Dreistigkeit der Menschen, die neu in unser Leben gefunden haben. Wieder da sind die längst tot geglaubten Forderungen nach Rücksichtnahme. Ich müsse doch meiner Umwelt ermöglichen, mit mir und meiner Situation zurechtzukommen. Fehlleistungen seien zu akzeptieren. Ich müsse den Menschen Raum geben.

Ich wiederhole: Um mich ist es still geworden. Ich wünsche mir nichts von meiner Umwelt und hoffe nichts. Und trotzdem widerfährt mir sehr viel Gutes. Ich habe unheimlich freundliche und kluge Menschen getroffen in diesem Jahr. Und ich kann geben. Aber ich gebe nicht ein Gramm Energie für Menschen, die Raum brauchen, um zu verkraften, was mir widerfährt. Denn wir benötigen hier jeden Rest Energie, um zu verkraften, was uns hier wiederfährt. Und das ist ja gar nicht mal Schlechtes. Alles gut. Zufrieden. In jedem Augenblick.

Ich möchte sagen: Wenn man nichts hat, ist wenig viel. Liebe Leute, hört auf zu verkraften, dass Wenig wenig ist. Ich bin zufrieden mit wenig (für mich ist das viel). Seid ihr es auch.

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Turbulenter Sommer

Jetzt schreibe ich. Endlich. Ich weiß, ihr habt schon sehnsüchtig darauf gewartet. Doch der Sommer war turbulent. In vielerlei Hinsicht.

Zum einen renovieren wir ja. Küche aktuell, danach Badezimmer. Und auch wenn man nicht das meiste dazu beiträgt, ist es doch sehr belastend, anstrengend, nervenaufreibend, kräftezehrend. Denn auch wenn wir viel alleine meistern, so benötigt man doch hin und wieder einen Handwerker. Und das ist das Problem. Die ausgeführte Arbeit ist stets tadellos. Aber der Weg dahin ist oft unglaublich mühsam. Sie kommen einfach nicht am vereinbarten Tag und lassen dich tage- oder gar wochenlang hängen. Aber es wird. Langsam und stetig.

Zum anderen war der Sommer sehr heiß und ebenfalls kräftezehrend. Besonders für mich. Nach so vielen Jahren der Krankheit ist man nicht mehr gemacht für das sehr heiße Wetter. So saß ich in der kühlen und abgedunkelten Wohnung fest, während draußen gebadet, gegrillt und gechillt wurde. Zudem hatte ich mit mehreren Infektionen zu kämpfen. Mein Immunsystem war schlapp. Doch nun kommt der Herbst und es geht aufwärts.

Ich hoffe, ihr hattet einen schönen Sommer. Freut euch auf den goldenen Herbst. Ich glaube, das wird noch sehr schön. Alles Liebe, Eure IWS.

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Gedanken

So antworte ich gleich. Es geht mir erträglich gut. Körperlich. Wir renovieren etwas an der Wohnung. Das besänftigt im Ergebnis auch die Seele, obwohl der Weg aufgrund unzuverlässiger Handwerker und jeder Menge Schmutz oft steinig ist.

Das ist die Haben-Seite. Auf der anderen Seite belastet mich derzeit sehr, dass um mich herum viele lange Weggefährten sterben. Reihenweise verlieren wir die harten Kämpfe gegen den Krebs. Das schwächt das Vertrauen in den eigenen Körper und den Optimismus für die eigene Zukunft. Zugegeben.

Und letztlich leide ich auch etwas unter dem – sagen wir einmal – Zeitgeist. Jeder rennt dem eigenen Leben hinterher. Kein Blick nach links oder rechts. Keine Empathie. Wir sind es ja gewohnt, dass wir mit vielen Sorgen alleine stehen. Sei es drum. Aber dass auch die positiven Veränderungen kaum Gehör finden, z. B. neu gestaltete Räume, schockiert noch mehr. Nicht einmal den schnellen, leichten Spaß will man mehr teilen. Schwierig.

Das in aller Kürze. Uns geht es gut mit Einschränkungen. Und ein paar Gedanken zum weiterdenken. Alles Liebe eure IWS.

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Trauer

Heute ist ein trauriger Tag, denn ein lieber Freund hat gestern den Kampf gegen den Krebs verloren. Ich bin in Gedanken bei seiner Familie und seinen Freunden.

Immer wenn das passiert, dann geht es mir gar nicht gut. Neben der Trauer kommen all die Gedanken an die eigene Situation nach oben, und das Herz wird mir ganz schwer. Kaum, dass ich noch atmen kann. Kaum, dass ich noch denken kann. Da ist dann nichts mehr in mir außer Schmerz, Trauer, Wut und Angst.

Es tut mir so unendlich leid.

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