Noch immer nachdenklich

Die Nachdenklichkeit bleibt. Ich frage mich ja, ob ich derzeit besonders sensibel bin, oder ob mich die Leute einfach nur komisch anreden. Jedenfalls gab es gestern gleich den nächsten Hammer. Dieses Mal von meiner Mama: Sie geht am Freitag zusammen mit meiner Tante auf eine Beerdigung in der Verwandtschaft. Wer denn gestorben sei? Ja, die H. An was denn? Naja, auch an Krebs.

Dieses „auch“ hat mir dann den Tag vermiest. Wer ist denn noch an Krebs gestorben? Keiner in letzter Zeit. Aber ich vermute mal, dieses „auch“ ist mir geschuldet. Ja, sie hatte auch Krebs. Aber nein, ich bin nicht auch gestorben. Tut mir leid, aber auf solche Feinheiten höre ich eben. Vielleicht bin ich kleinlich oder zu sensibel. Aber ich möchte nicht meinen Krebs mit dem Tod in Verbindung gebracht wissen. Zumindest nicht von Menschen, die nicht einmal sehr nahe an uns dran sind.

Ja, und morgen geht es nun zum Gynäkologen. Der halbjährliche Check-Up dort steht an. Und dann gehe ich noch kurz bei meinem Hausarzt vorbei – vielleicht schon heute – für grünes Licht in Sachen Wochenende im Allgäu. Der Husten zieht sich leider immer noch ein wenig hin.

Trotzdem war ich gestern für einen Spaziergang und ein bisschen Werkeln auf der Terrasse draußen. Ich habe eine Menge Blumenzwiebeln versenkt. Denn die Frühlingsblüher brauche ich am meisten. Das hat mir gut getan. Die Sonne. Die Wärme auf dem Rücken. Der bunte Herbst. Es ist schön. Und vertreibt ein wenig die trüben Gedanken. Meistens jedenfalls.

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3 Antworten zu Noch immer nachdenklich

  1. Helga Nase schreibt:

    Während meiner BK-Behandlung habe ich über Umwege erfahren, dass eine ehemalige Kollegin zuerst an BK erkrankt ist, dann an Leukämie (wahrscheinlich durch die Behandlung des Brustkrebs verursacht) und schließlich verstorben ist.
    Gerade zu diesem Zeitpunkt stand ich selbst kurz vor der OP und hatte furchtbare Angst, dass ich den Krebs (auch) nicht überstehe. Ich wollte nur nur die happy ends hören und hab mich sehr konsequent vor allen anderen Verläufen abgeschottet. Ich kann also sehr gut nachvollziehen, was du meinst.
    In deinem „Über mich“ schreibst du: „Eigentlich sollte ich seit zwei Jahren tot sein.“ Ja, eigentlich. Bist du aber nicht, sondern gehst immer weiter.
    Diese Stärke bewundere ich sehr.

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  2. Ditschi schreibt:

    Nimm es dir nicht so zu Herzen,das tut dir nicht gut…Du lebst und hast es so weit gebracht,obwohl es dir schon sehr schlecht ging…

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  3. chris schreibt:

    Ich kann deine Verletztheit absolut vestehen.
    Ich finde es gedankenlos von deiner Mutter,
    wenn nicht sogar unbewusst lanciert. 🙄

    Ich hoffe, die Ärzte geben grünes LIcht für
    dein schönes Wochenende im Allgäu! 🙂
    Das Wetter soll ja mitspielen.

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